Eisensteinzeche Kleiner Johannes

Die Eisenerzlagerstätte der ehemaligen Eisensteinzeche "Kleiner Johannes" erstreckt sich westlich, östlich und nördlich der früheren Kreisstadt Pegnitz in Oberfranken.

Die Pegnitzer Doggererzlagerstätte ist ein oolithisches Brauneisenerz in flözartiger Ausbildung. Die Mächtigkeit der Flöze schwankt zwischen zwei und drei Metern.

Schon um 1280 werden Erzbergbau und Eisenverhüttung im Pegnitzer Umland genannt. Der Bergbau am Pegnitzer Arzberg (Erzberg) ist seit 1400 belegt.

Um 1500, zur Blütezeit der Pegnitzer Hammerwerke, wurde das Erz im Tagebau und Untertagebau gewonnen. Ende des 17. Jahrhunderts brach die Hüttentradition für mehr als zwei Jahrhunderte ab.

1869 wird das Bergwerkseigentum in der Flur von Arzberg und Schlottershof unter dem Namen Eisensteinzeche "Kleiner Johannes" an die Prager-Eisenindustriegesellschaft in Wien verliehen.

Im Jahre 1910 wird der Hauptstollen Erwein östlich des Fichtenohetales aufgefahren.

1923 Einstellung des Abbaues wegen Absatzmangels, 1929 wird die Grube vollständig stillgelegt.

Im Rahmen des staatlichen Vierjahresplanes wird der Betrieb 1935 wieder aufgenommen, 1936 erfolgen umfangreiche Untersuchungen der Lagerstätte durch Stollenauffahrungen und Bohrungen, der Untersuchungsschacht "Friedrich" im gleichnamigen Feld im westlichen Teil der Lagerstätte (Buchauer Berg) wird abgeteuft.

Ab 1940 wurde das Linzer Hüttenwerk (Reichswerke AG) mit Erz aus Pegnitz beliefert. 600 Beschäftigte förderten jährlich 400.000 Tonnen Erz.

Am 6. April 1945 mußte die Förderung wegen der Kriegseinwirkungen eingestellt werden. Der Hauptstollen "Erwein" diente der Bevölkerung als Luftschutzstollen.

Im April 1946 Wiederaufnahme der Erzförderung.

1957 Beginn der Erzgewinnung im Tagebau im Feld "Konrad".

Um 1960 Erzförderung aus den Feldern "Konrad", "Friedrich" und "Erwein".

Nach der vorzeitigen Aufkündigung des Liefervertrages mit den Linzer "Vereinigten Österreichischen Eisen- u. Stahlwerken" (VOEST) hat die Grube ihren Hauptabnehmer verloren und muß deshalb am 31. Dezember 1967 den Betrieb einstellen. 1968 finden noch Stilllegungs- u. Abwicklungsarbeiten statt.

Von den einst umfangreichen Tagesanlagen haben nur wenige Gebäude überdauert. Die Anlagen der Aufbereitung westlich der Bahnstrecke Pegnitz - Schnabelwaid sind mit Ausnahme eines Gebäudes geschleift. 

Auf dem Gelände des Erweinstollens ist das ehemalige Kompressorenhaus sowie ein Werkstattgebäude und ein Schuppen erhalten, das Grundstück wird von einem Recyclingbetrieb genutzt.

Von den Untertageanlagen ist lediglich das Mundloch und die ersten 20 Meter des Hauptstollens "Erwein" erhalten geblieben. Hier hat der Knappenverein Pegnitz im Jahre 2000 eine kleine Ausstellung geschaffen sowie einige Informationstafeln zum Pegnitzer Eisenerzbergbau am Mundloch aufgestellt.

Alle anderen Tagesöffnungen des Bergwerkes sind heute verschlossen, überwachsen oder überbaut und nicht mehr aufzufinden.

Selbst die große Halde oberhalb des Pegnitzer Ortsteiles Rosenhof ist bereits von einer dichten Vegetation überzogen und wenig aussagekräftig.

Stollenmundloch Erweinstollen und Kompressorengebäude
Blick in den vorderen Teil des Erweinstollens mit einigen Ausstellungsgegenständen
Hauptstollen "Grube Erwein"
Blick vom "Dach" des Erweinstollens auf das ehemalige Zechengelände
Das heute überwachsene Gelände der Erzaufbereitung, einzig das zwischen dem Gehölz stehende Gebäude ist vom Originalbestand übrig.
An dieser Stelle unterhalb der Bundesstrasse 2 zwischen dem nördlichen Ortsausgang von Pegnitz und der neuen Brücke über die Fichtenohe und die Bahnstrecke führte das Mundloch des Stollens "Friedrich" in das gleichnamige Abbaufeld im Buchauer Berg
Erweinstollen
Ehemaliges Werkstattgebäude am Erweinstollen