Erzbergwerk EFS

 

 

Am nördlichen Rand eines seit dem 15. Jahrhundert vom Bergbau geprägten Mittelgebirges liegt diese vermutlich um 1600 angelegte Grube.

Gewonnen wurden silberhaltiger Bleiglanz, Kupfer und Eisenerz.

Auch kleinere Schwerspatnester- und Gänge wurden durchörtert und als Beiwerk gefördert.

Über genaue Betriebszeiten gibt es leider keine Dokumentationen, doch kann anhand vorgefundener Vortriebs- und Abbauspuren davon ausgegangen werden, das der Betrieb über längere Epochen unterbrochen und der Hauptstollentrakt mehrmals ausgelängt wurde.

Der beschriebene Stollen wurde als Wasserlösungs- und Förderstollen angelegt, die Höhe des Stollens schwankt zwischen drei und eineinhalb Metern bei einer durchschnittlichen Breite von 80cm.

Der Bergbau dieser Grube endete mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits vor 1800.

Eine letztmalige Nutzung des Stollens ist zwischen 1837 und 1845 belegt, damals wurde der Stollen im Mundlochbereich auf 50 Meter Länge nachgerissen und von einem ortsansäßigen Bierbrauer als Lagerkeller benutzt.

Ein heute noch sichtbares, auf der Sohle verlegtes Gußeisenrohr sowie zwei in den hinteren und höher gelegenen Stollenteilen abgemauerte Wasserbehälter lassen zudem auf eine ehemalige Nutzung als (Trink)wasserspeicher um 1920 schließen.

Erhalten und befahrbar sind ein großer Teil des Wasserlösungs- und Förderstollens sowie abgehende Flügelstrecken.

In einer dieser Flügelstrecken, welche entlang eines Harnisch aufgefahren wurde und deren Sohle großteils aus Versatz besteht, ist ein verfülltes Gesenk zu sehen.

Auch einige teils versetzte, gangartige und halbsteil gelagerte Abbaubereiche sind über Querschläge erschlossen und befahrbar.

An den Stößen einiger der Abbaue sowie der Stollen und Strecken haben sich ferner zahlreiche kleinere und größere Nischen erhalten.

Diese dienten als Lampennischen und als Auflager für die hölzernen Arbeitsbühnen.

 

 

Querschlag zu einem Gesenk, auf der Sohle des Hauptstollens haben sich feine Sinterperlen gebildet