Schieferbergwerk RB

Die Schiefergrube RB liegt in einem vom Schiefer - und Eisenerzbergbau geprägten Mittelgebirge.

1865 erstmals erwähnt, begann der Abbau von Tafel-, Dach- und Wandschiefer zunächst wie auch bei den zahlreichen anderen Schiefergruben der Region im Tagebau in offenen Brüchen.

Schon bald ging man dem steil einfallenden Schieferlager auch Untertage nach, topografisch begünstig wurde die Grube über drei Stollensohlen aufgeschlossen, ein kurzer Wetterstollen wurde ebenfalls aufgefahren.

Durch den untertägigen Schieferabbau entstanden bis zu 70 Meter hohe Kammern, sogenannte Hohlbaue.

Einer dieser Hohlbaue erstreckt sich über alle Sohlen des Bergwerkes und dürfte somit einer der größten je aufgefahren Hohlräume dieser Region sein.

Die Hauer saßen bei ihrer Arbeit auf einem an einer langen Eisenkette hängenden schmalen Brett oder Rundholz an den steilen Wänden der Abbaue und trieben die Bohrlöcher für die Sprengladungen von Hand in den Schiefer.

In Betrieb war das Bergwerk bis 1927, von 1932-34 wurden die Halden und Teile der Grube für einen Nachlesebergbau betrieben, danach zog für kurze Zeit Stille ein.

Ende des Jahres 1943 gab es verschiedene Überlegungen, kriegswichtige Betriebe in die großen Hallen der Grube einzulagern, um die Produktion vor den in diesen Tagen immer mehr zunehmenden Bombardements zu schützen.

So wurde 1944 mit Umbaumaßnahmen begonnen und folgend auch eine Maschinenproduktion eingelagert.

Auch die Einlagerung von Akten war vorgesehen, ob es zu dieser in den letzten Kriegsmonaten noch gekommen ist kann nicht bestätigt werden.

Nach 1945 wurde der Bergbau nicht wieder aufgenommen, die Einrichtungen der Untertageverlagerung von den Siegermächten demontiert und teils gesprengt.

Überkommen sind drei Stollensohlen sowie auch der Wetterstollen und große Hohlbaue auf einer Gesamtfläche von ca. 3500 qm.

In einigen dieser Hohlbaue kann an der ausgeprägten Schichtung des Schiefers die Gebirgsfaltung studiert werden, auch zahlreiche Eisenhydrat- und Kalkausscheidungen bereichern das Auge.

Die Mundlöcher der unteren Stollensohlen sind verbrochen bzw. durch Haldenrutschungen überdeckt, die Tiefbausohle ist zudem nur mit Seiltechnik befahrbar.

Achtung!

Extreme Absturzgefahr an den Übergängen Strecke/Hohlbau!