Eisenerzbergwerk Grube Nitzlbuch (Maffei)

Die Stadt Auerbach i. d. Oberpfalz zählte jahrhundertelang zu den bedeutenden Bergstädten im Ostbayrischen Eisenerzrevier von Amberg über Sulzbach-Rosenberg bis Pegnitz.

Um 1857 begann im Grubenfeld Leonie nordöstlich von Auerbach der neuzeitliche Bergbau.

1878 übernahm die Maxhütte mit Sitz in Sulzbach-Rosenberg das Auerbacher Eisenerzrevier.

1883 wurde eine Drahtseilbahn zum Abtransport des Roherzes von der Grube Leonie I bis zum Bahnhof Ranna an der Bahnstrecke Nürnberg - Pegnitz errichtet, diese war mit einer Länge von 8,8 Kilometern die längste Industrieseilbahn Deutschlands.

Die Seilbahn war bis zum Bau der "Erzbahn" 1903 von Ranna nach Auerbach in Betrieb.

1904-1905 wird im südlich von Auerbach liegenden Grubenfeld Nitzlbuch die Doppelschachtanlage Maffei errichtet, - benannt nach Dr. Hugo Ritter von Maffei, dem Aufsichtsratvorsitzenden der Maxhütte von 1882-1921.

Der Schacht I war für die Erzförderung vorgesehen und erreichte eine Teufe von 115 Metern.

Der Schacht II als Material -u. Personenfahrschacht erreichte eine Teufe von 109 Metern.

1908 erreichten beide Schächte ihre Endteufe von 137 Metern.

Von Beginn an war die Grube sehr Wassernötig, in dem stark klüftigen und von Karstschloten durchzogenem Gebirge kam es immer wieder zu Wassereinbrüchen.

Abgebaut wurde im versatzlosen Teilsohlenbruchbau unter Hereingewinnung der Schweben, die Bauhöhen betrugen durchschnittlich sieben Meter.

1925 wird die bis dahin mit Dampfkraft betriebene Förderung eingestellt und die Grube elekrifiziert, auch die Wasserhaltung wird vergrößert.

Dennoch erfolgte 1927 ein gewaltiger Wassereinbruch, der die Grube binnen weniger Stunden absaufen läßt.

Über Personenschäden ist in diesem Zusammenhang nichts bekannt.

Das Sümpfen der Grube beanspruchte 5 Wochen.

Die Erzabfuhr bewerkstelligte von 1903-1975 eine Drahtseilbahn von der Doppelschachtanlage zum Bahnhof Auerbach.

Nachdem 1970 mit dem Abteufen und Bau der Schachtanlage Leonie IV (siehe dort) und deren Inbetriebnahme 1977 die Voraussetzungen für die Weiterführung des modernen Bergbaues gegeben waren, wurde die Grube Nitzlbuch mit ihrer Doppelschachtanlage am 29.07.1978 stillgelegt.

In der Betriebszeit wurden 16 Millionen Tonnen Eisenerz  - vorwiegend Braunerz und Weißerz - gefördert.

Die Grube Nitzlbuch - so der offizielle Name - war somit die bedeutensde Eisenerzgrube Bayerns.

Die beiden Fördergerüste stehen heute als älteste Stahlfördergerüste Bayerns unter Denkmalschutz, die Schächte sind verfüllt. In den verbliebenen Tagesanlagen unterhält der Verein Maffeischächte ein kleines Bergbaumuseum und bietet darüber hinaus verschiedene Veranstaltungen.

Tagesanlagen Grube Nitzlbuch mit den beiden Fördergerüsten im Winter 1982/83
Die Fördergerüste von Schacht II (links) und Schacht I im Jahre 1983
Die Schachtanlage 2014
Blick vom Fördergerüst Schacht I auf Schacht II und die Ortschaft Bernreuth im Hintergrund, Aufnahme 1983
Schachthalle und Maschinenhaus Schacht I, 2014
Fördergerüst und Schachthalle Schacht II, 1983
Fördergerüst und Schachthalle Schacht II im Jahr 2014
Blick vom Fördergerüst Schacht I auf die heute großteils abgebrochenen Tagesanlagen. Im Hintergrund an der mit einem Kreuz gekennzeichneten Stelle befand sich der Wetterschacht Bernreuth.
Blick in die Schachthalle und Rasenhängebank von Schacht II, 1983