Schieferbergwerk GGL

 

Verborgen unter von Wald bedeckten Hügeln eines Mittelgebirges liegen die Baue der Schiefergrube GGL.

Wie bei fast allen Schiefergruben dieser Region begann der Schieferabbau zunächst in offenen Tagebauen, der Anfang dieser Grube dürfte um 1870 zu finden sein.

Hereingewonnen wurde der Schiefer zu Beginn durch händisches Schrämmen mit Schlägel und Eisen, um die Wende zum 20. Jahrhundert fand auch die Sprengarbeit als Gewinnungsmethode Einzug.

Über kurze und noch heute sichtbare Stollen durch die Bergflanke wurde das Schiefergestein anfangs mittels hölzerner Schubkarren, später mit schienengebundenen Loren per Hand aus dem Tagebau heraus zu den Spalthütten befördert.

Die meisten Schiefertagebaue erreichten bereits um 1900 Teufen von bis zu 40 Meter, um an die tiefer gelegenen Schieferlager zu kommen, ging man ab 1910 zum Tiefbau über, wozu zwei Stollen mit einer Länge von 150 und 210 Metern mit einem Sohlenabstand von 20 Metern aufgefahren wurden.

Wie auch beim Tagebau, wurde das Schieferlager im Tiefbau von der Firstsohle nach unten zur nächst tieferen Sohle abgebaut.

Hierzu entstanden am Ende kurzer, von der Firstsohle ausgehender Querschläge zuerst die spätere Hohlbaufirste und die meist schräge, dem Einfallen des Schieferlagers folgende Rückwand.

Einhergehend entstand seitlich des zu erstellenden Hohlbaues ein Rollschacht, welcher neben der Abförderung des Haufwerkes oft auch der Bewetterung diente.

Ab 1930 erfolgte der Abbau ausnahmslos im Tiefbau, 1938 wurde die Schiefergewinnung eingestellt.

In den Kriegsjahren zwischen 1943 - 1944 war die Einlagerung einer kriegswichtigen Fabrikation in die Hohlbaue geplant, zu einer Ausführung ist es aber nicht gekommen.

Im Jahre 1953 übernimmt ein großer Schieferwerksverbund die Grube GGL sowie eine in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Schiefergrube.

Ein neuer tiefer Stollen und Verbindungsquerschläge zu der bis dato eigenständigen Nachbargrube werden aufgefahren, die Produktion wird von Wand- u. Tafelschiefer auf Schiefermehlprodukte (u. a. zur Isolatorenherstellung / Dachpappe u. ä.) umgestellt.

Auch das Abbauverfahren wurde vom versatzlosen Thüringer Hohlbau auf den Rheinischen Hohlbau verlegt.

1964 wird der Schieferabbau eingestellt und die wenigen Tagesanlagen geschleift. Das Grubengebäude verfügte bei der Betriebseinstellung über sieben Stollen auf drei Sohlen, zwei Wetterschächte und elf Hohlbaue.

Erhalten haben sich stark überwachsene Halden, zwei Tagebaurestlöcher mit allerlei Wohlstandsmüll sowie ein paar Fundamentreste.

Die Stollen sind mit Ausnahme stark verbrochen, Hangmulden mit Wasseraustritt zeugen von deren Existenz.